Urfar und der Weiler Nohl: Eine Reise in die Vergangenheit

1960

In den Sechzigerjahren gestaltet der Feuerwehrverein, respektive der Löschzug Nohl das gesellige Dorfleben. Man nahm an Volksmärschen teil und der wichtigste Tag war der «Dörfliabig» mit Theateraufführungen, Sketchs und gesanglichen Einlagen. Das war der Vorläufer vom Urfar.

1956

Im Zusammenhang mit dem Kraftwerkbau in Rheinau wurde der Betonsteg für Fussgänger und den Kleinverkehr erbaut. Zuvor war das Nohl nur mit einer Fähre mit dem linksrheinischen Ufer verbunden.

1837

In Pratteln wurde erstmals einheimisches Salz gefördert. In der gleichen Zeit wurden die ersten Flusskraftwerke gebaut. Fast die gesamte Erwerbsgrundlage der Nohleren (Salzschifferei, Lachsfang und Flösserei) brachen weg. Ein Grossteil der Bevölkerung vom Nohl muss aufgrund der grossen Not nach Amerika auswandern.

1831

Im Zuge der Regeneration wurde das Nohl mit Uhwiesen vereint.

1811

Seit 1811 hat sich der Name Nohl in den kirchlichen Registern dann endgültig durchgesetzt. Davor wurde das Nohl Urfar genannt.

1747

In diesem Jahr erfolgt eine Massenbestrafung, weil nicht weniger als 84 Personen aus der Herrschaft Laufen unter Versäumung des Gottesdienstes dem Rheinauer Basilius-Fest beigewohnt hatten. Jeder musste 1 Pfd Busse bezahlen. Zehn Delinquenten waren aus dem Nohl.

1725

Nohlerhandel – Grenzstreit zwischen Zürich und Schaffhausen über das «Fischerhölzli im Urfer»

1711

Schiffknecht-Ordnung vom 20. Januar 1711 (der Neusern, Nöhleren, Rüödlinger und Eglisauweren Schiffsknächten)

1689

Im Bevölkerungsverzeichnis von Feuerthalen werden die Nohler als «Die Fischer im Fahl Louffens oder Nool» bezeichnet (Fahl als Abkürzung von Urfahl).

1652

Die Grafen von Sulz müssen das Nohl aufgrund finanzieller Not an den Stand Zürich abtreten. Dadurch gehört das Nohl heute zur Schweiz und nicht zu Deutschland.

1640

Nohl hatte damals 29 Einwohner (Seelen). Die Einwohner vom Nohl wurden als «sunt des piscatores trans Rehnum habitater» bezeichnet - also die Fischer, die auf der anderen Seite des Rheins wohnen.

...1633

Ferner das Schloss Laufen und die Schiffe im Nohl. Täglich wurden sieben Wächter abgestellt. Die Aufseher hatten «besonders zu observierendas Nohl, wo ein gefährlich Nest von Strolchengesindel bemerkt, und wo niemand Fremder bei scharfer Strafe im hiesigen Lande hinübergeführt werden sollte».

1633

Im Jahre 1633 mit seinen inneren und äusseren Gefahren (30jähriger Krieg) veranlasste die Obrigkeit, die Armee neu zu organisieren. 250 Mann wurden in Uhwiesen versammelt. Sie sollten den Rhein vom Kloster Paradies bis unterhalb Dachsen überwachen.

1300

Randenburger Einnahmenrodel mit Hinweis auf den Weiler URFAR (VRUAR).

1299

Im Jahre 1299 erstellte der Mönch und Kämmerer des Klosters Allerheiligen einen Rodel aller in Schaffhausen steuerpflichtigen Häuser und Geschlechter. Darin findet sich ein Eintrag über einen Domus Petri de Urfar.

Der Weiler Nohl

Die besondere Lage des Weilers Nohl – politisch und geografisch eingeklemmt zwischen Deutschland 
(Baden-Württemberg, früher Grossherzogtum Baden) und den Kantonen Schaffhausen und Zürich, sowie die Lage am Rhein direkt unterhalb vom Rheinfall, führte schon früh zu urkundlichen Erwähnungen. 

Zahlreiche Streitigkeiten über Grenzen, Gerichtsbarkeit, Steuern, Abgaben, Fischereirechte und die Schifffahrt sind in alten Dokumenten festgehalten.

Die politische Situation und die Lage des Weilers Nohl in früheren Zeiten

Nohl gehörte hoheitlich 1470 zur Landschaft Klettgau, stand unter dem Hochgericht Stühlingen und wurde von den Grafen von Sulz regiert. Bereits damals hatte Zürich die niedere Gerichtsbarkeit besessen. 1652 mussten die Grafen von Sulz das Dorf Nohl an den Stand Zürich verkaufen. 

Der überschwängliche Lebensstil der Grafen führte dazu, dass diese immer neue Anleihebegehren bei der Stadt Zürich, sowie bei privaten Geldgebern stellten. Nachdem sich die Grafen ausserstande sahen, die hohen Schulden und die Zinsen bei der Stadt Zürich zurückzuzahlen, blieb nur noch ein Verkauf von Ländereien. Die Schuld bei Zürich erreichte die für damalige Verhältnisse enorme Summe von 30'000 Gulden. Kaiser Ferdinand der Dritte erteilte schlussendlich die Bewilligung zum Verkauf des Rafzerfeldes und des Weilers Nohl an Zürich. 

Der am 13. Februar 1652 in Zürich abgeschlossene Kaufvertrag wird noch heute im Staatsarchiv des Kantons Zürich aufbewahrt. Speziell erwähnenswert ist die Grenzziehung auf dem Nohlbuck, wo die Grenze seit jeher direkt vor den dortigen Häusern verläuft. Mit dem Grenzbereinigungsvertrag zwischen der Schweiz und dem Grossherzogtum Baden wurde 1839 die Landesgrenze vermarkt. Die Kantonsverfassung von 1831 legte weitgehend die Basis für unser heutiges Verfassungs- und Gerichtswesen.

Die Regeneration von 1830/31 brachte auch den Begriff der «Politischen Gemeinde» mit sich. Davor hatten lediglich die Bewohner der alten Dorfgemeinden ein Bürgerrecht. Die Einwohner der Höfe und Weiler waren sozusagen «heimatlos». Im Zuge dieser Regeneration wurden 1831 der Nohl, Laufen und der Mörlen mit Uhwiesen vereint.

Der Dorfname

Nohl hiess damals Urfar, Uhrfahr, Urfall, Urfal oder Urfa. Urfar bedeutet ein Ort, wo man einen Fluss überqueren kann, mit Fähren oder Weidlingen. 1493 bestand der Weiler aus drei Höfen, die verschiedenen Gutsherren gehörten. 

Die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft Urfar (Vruar) findet sich im «Randenburger Einnahmenrodel» um 1300. Namentlich erwähnt werden die Abgaben, welche die Herren von Urfahr zu entrichten haben. Woher aber kommt der Name Nohl? Aus alten Dokumenten wissen wir, dass der heutige Ortsname Nohl jüngeren Datums ist. 

Bei der Bezeichnung Nohl vermutet man, dass sich diese Bezeichnung sprachlich aus «Knoll» = kleiner Berghügel oder Buckel, Buck entwickelt hat. Daraus ergaben sich dann die Schreibweisen Noll, Nollen, Nol, Nool und schlussendlich Nohl. Die Bewohner von Urfahr werden in alten Dokumenten häufig als die Nollen oder Nolen genannt, oft auch die Nol von Urfahr. 

Es ist also erwiesen, dass der Geschlechtsname Nol/Nohl vor dem Ortsnamen existierte. Eine erste Erwähnung des Familiennamens Nol ist in einem Brief von 1392 nachgewiesen. Im Taufregister Laufen wird 1678 auf derselben Seite die Ortsbezeichnung «Urfahl» und «Nool» verwendet.

Die Nohler in früheren Zeiten

Die Nohler oder die Nöhleren waren bis ins späte 19. Jahrhundert die Schiffer, Fischer und Flösser auf dem Rhein unterhalb des Rheinfalls. Die entsprechenden Rechte wurden ihnen vertraglich zugesichert. Die Bewohner vom Nohl lebten somit vor allem von der Schifffahrt und dem Lachsfang, sowie ein wenig vom Rebbau, der Viehzucht und später auch vom Steinbruch. Die Gemarkung des aus ursprünglich drei Höfen gebildeten Urfars war äusserst schmal, denn sie umfasste nur die Halde entlang dem Rhein. 

Wer Getreideanbau betreiben wollte, musste sich bereits damals Äcker auf dem Boden von Altenburg zulegen. Die Nöhleren Schiffsleute   Die Schifffahrt und der Lachsfang waren die Hauptverdienstquellen der Nohler. Die Güter, vor allem Salz- und Kornfässer aus Bayern und aus dem Tirol, kamen über den Bodensee den Rhein hinunter bis nach Schaffhausen. Rund zwei Drittel des gesamten Salzes welches die Eidgenossenschaft benötigte, kam über den Rhein. Historiker schätzen, dass der Salzverbrauch der Schweiz um 1500 rund 16'000 bis 20’000 Tonnen betrug.  Schaffhausen profitierte in dieser Zeit sehr stark von den Zöllen und blühte regelrecht auf. 

Beim Salzstadel wurde die Ware auf Fuhrwerke umgeladen und beim Fronwagturm gewogen und verzollt. Weiter ging die Reise über die Breite, am Schloss Scharlottenfels vorbei nach Neuhausen und da die Scheibengasse (heute Rheinfallstrasse) hinunter zum Werd (heute Schlösschen Wörth). Dort übernahmen die Nohler und andere Schiffsleute die Waren und luden diese auf ihre Boote um.   Die zum Warentransport verwendeten Schiffe waren schmale Ledischiffe, sogenannte Lädinen. Diese hatten eine ähnliche Form wie die heutigen Weidlinge, waren aber breiter und wurden auf dem Bodensee sogar mit einem Segel bestückt. Die Boote mussten wegen den damals noch zahlreich vorhandenen Untiefen und Stromschnellen gut manövrierbar sein. Gewöhnlich wurden zwei oder drei Ledischiffe mit quer gelegten Holzleitern mit Ketten und Stricken zusammengebunden. 

Zur Bedienung waren drei bis sechs Mann pro Gefährt notwendig. Der Schiffsmeister, der Steuermann und ein bis drei Schiffsleute, je nach wie viele Lädinen zusammengebunden wurden. Die Ledischiffe durften auch nicht zu gross sein, mussten sie doch nach dem Ablad wieder den Fluss hochgezogen werden. Dies erfolgte durch Pferdegespanne oder wo es nicht anders ging auch durch die Schiffsleute selbst mit stacheln (schelten). Dass diese Arbeit äusserst hart und gefährlich war, bezeugen die vielen Unglücksfälle mit Toten und Verletzten.   Eine Plage für die Schifffahrt auf dem Rhein bildeten bis 1839 die Zölle und Gebühren für Umladung und Begleitung der Fracht. So wurden Zölle erhoben in Stein am Rhein, Diessenhofen, Schaffhausen, im Werd (Wörth), in Rheinau, Eglisau, Kaiserstuhl, Koblenz, Waldshut, Säckingen, Rheinfelden und Hauenstein. Anfangs des 17. Jahrhunderts nahm der Handel von Schaffhausen rheinabwärts einen ungeahnten Aufschwung. 

Die Zölle in Schaffhausen waren der Regierung von Zürich schon lange ein Dorn im Auge (siehe auch Nohlerhandel). Zürich drohte damit, die für Zürich bestimmten Waren direkt, vom damals noch zürcherischen Stein am Rhein, auf dem Landweg nach Ellikon am Rhein zu transportieren. Diese Drohung wurde später zeitweise verwirklicht und damit wuchs der Druck auf Schaffhausen. Der Landweg von Stein am Rhein nach Ellikon am Rhein war aber sehr holprig und äusserst beschwerlich. Insbesondere Melchior Steiner, Handelsherr aus Winterthur benutzte den Landweg von Stein am Rhein nach Ellikon und umging so die Zölle und Lagergebühren in Schaffhausen. Damit konnte er das «weisse Gold» deutlich günstiger anbieten, was ihn bei der Bevölkerung sehr beliebt machte. Damals musste eine Familie für den jährlichen Salzbedarf drei Taglöhne aufbringen – heute arbeitet man dafür nicht einmal mehr eine Stunde. Es waren vor allem die Zölle und Transportkosten die das Salz so teuer machten. 

So verdoppelte sich der Salzpreis bis an den Bodensee und in der Innerschweiz war das weisse Gold bereits fünfmal teurer als am Ursprungsort.

Die Fähre

Das Nohl war bis 1956 nur durch eine Fähre mit dem übrigen Teil der Gemeinde Laufen-Uhwiesen verbunden. Bereits 1557 wurden die Nohler verpflichtet, Leute über den Rhein ans andere Ufer zu führen. 

Die Nohler waren stets nach Laufen kirchgenössig und mussten ihre Täuflinge und Toten über den Rhein dorthin bringen. Jeweils vier Männer trugen den blumengeschmückten Sarg zur Fähre und anschliessend den steilen Weg hinauf zur Kirche Laufen. 

Im Gefolge des Kraftwerkbaus in Rheinau und der Rheinstauung bis zum Rheinfallbecken wurde 1956 ein Betonsteg für Fussgänger und den Kleinverkehr erbaut.

Der Nohlerhandel von 1725

Der Nohlerhandel aus dem Jahre 1725 ist ein Grenzstreit zwischen Zürich und Schaffhausen. Er betraf das «Fischerhölzli» im «Urfer», unterhalb vom Schlösschen Wörth («stosst unden an den Rhein, oben an der Gmeind Neuhausen, Feld im Otterstall genannt, abwärts an die Noler Güter»). 

Beim Nohlerhandel geht es um einen Versuch der Zürcher, ein Embargo der Schaffhauser zu umgehen und um Zölle zu sparen. Der Streit begann damit, dass die Schaffhauser Regierung die schwäbischen Kornfuhren nicht mehr zum Schlösschen Wörth durchlassen wollte, ohne dass diese in der Stadt umgeladen und verzollt wurden. Den Schiffleuten und dem Zürcher Kornmarkt wurde mit dieser Blockade empfindlicher Schaden zugefügt. 

Da Schaffhausen auf die Beschwerde der Zürcher Regierung nicht einging, kam diese auf die Idee, die Waren künftig direkt nach dem Nohl zu führen und dort zu verladen. Um jedoch an den Rhein zu gelangen, musste zuerst die Strasse im Fischerhölzli ausgebaut werden (Strasse zwischen heutigem Rheinfallparkplatz 4 und dem Rundbuck/Otterstall). Die Nohler boten zu diesem Kuhhandel natürlich gerne Hand und machten sich sofort mit Eifer an die Arbeit. Am 4. Juli 1725 erschien jedoch der Zunftmeister Stimmer aus Schaffhausen mit fünfzehn Mann, die alle mit Hacken und Hauen bewaffnet waren um das Werk zum Stillstand zu bringen. 

Die Nohler wichen einer tätlichen Auseinandersetzung aus und berichteten den Vorfall dem Obervogt. Am nächsten Tag bereits erschienen einige Mitglieder des Schaffhauer Kleinen Rates, diesmal mit etwa fünfzig Mann. Sie zerstörten das begonnene Werk und sparten nicht mit Beschimpfungen und Drohungen gegen die Nohler. Wie konnte es zu dieser Auseinandersetzung kommen? Die Schaffhauser waren überzeugt, dass das strittige Wegstück auf ihrem und nicht auf Zürcher Hoheitsgebiet lag. Die Zürcher andererseits waren der Meinung, dass sie die Hoheit über diesen Flecken im Jahre 1651 vom Grafen Sulz erworben haben. Schriftlich und mündlich wurde daraufhin intensiv verhandelt. 

Schlussendlich stellte sich heraus, dass der Graf von Sulz die Hoheit über dieses Stück Land an Zürich verkaufte, obwohl es bereits in den Schaffhauser Niedergerichten lag. Als der Graf von Sulz im Jahre 1657 die Landeshoheit über die Herrschaft Wörth an Schaffhausen veräusserte, verkaufte er, ohne es zu merken, auch gleich noch die hoheitlichen Rechte über diesen Gebietsfetzen an Schaffhausen. Damit war die Zugehörigkeit endgültig besiegelt und gilt auch heute noch. Die Zürcher Obrigkeit versuchte auch noch 1727 «freundeidgenössisch» die Aufhebung des Transitverbotes, respektive die Verzollungspflicht zu erreichen, was aber nicht gelang. 

Dass die Schifffahrt und Flösserei auf dem Rhein aufgrund von Klippen, Strudeln und Stromschnellen nicht ganz ungefährlich war, bezeugen die vielen Unglücksfälle mit gesunkenen Schiffen und zahlreichen Todesfällen bei den Schiffsleuten. Dies vor allem auch deshalb, weil die meisten nicht schwimmen konnten.  

Der Nohler Steinbruch

Im frühen 18. Jahrhundert kam zu den bisherigen Erwerbsquellen eine neue Einnahme dazu. Der Nohler Steinbruch erlebte durch den Bau der Klosterkirche Rheinau, die der Abt Gerold II. Zurlauben erbauen liess, eine wahre Hochkonjunktur. 

Das Gotteshaus ging im Jahre 1706 mit Johannes Nohl einen Akkord ein, wonach dieser aus seinem Steinbruch im Nohl eintausend Weidlinge voll Steine nach Rheinau liefern sollte. Als Entschädigung wurden 500 Gulden in Geld, ein Mütt Kernen und ein Saum Wein vereinbart. Sechs Jahre später – man nahm den Neubau des östlichen Flügels des Konventgebäudes in Angriff – schloss das Kloster mit Matthäus Nohl einen Vertrag, laut welchem dieser dem Gotteshaus den Steinbruch überliess, und zwar gegen 6 Kreuzer für jede weggeführte Schiffsladung voll Steine. 

Auch später gab es Lieferungen von Baumaterial aus dem Nohl. So z.B. um 1755 für die Friedhofmauer in Marthalen und 1790 für eine grössere Kirchenrenovation am gleichen Ort. Die Überreste eines der Steinbrüche sind noch heute am Dorfausgang unterhalb der Strasse Richtung Altenburg ersichtlich.

Der wirtschaftliche Zusammenbruch

Ab 1837 wurde in Pratteln-Schweizerhalle erstmals einheimisches Salz gefördert. Friedrich Glenk entdeckte das grosse Salzvorkommen. Glenk hatte davor bereits an 16 anderen Standorten nach Salz gebohrt, unter anderem in Eglisau, Schleitheim und Beggingen. 

Das einheimische Salzvorkommen aber auch der Bau der Eisenbahn und der Kraftwerke hatte dramatische Auswirkungen auf die Lebensgrundlage der Nohler. Durch den Wegfall der Schifffahrt und des Lachsfangs verminderten sich die Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten im Dorf markant. Zudem stieg anfangs bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Kinderzahl pro Familie stark an. Die Armut war gross. 

Die engen Wohnverhältnisse und die mangelnde Hygiene führten zu einer grossen Sterblichkeit bei Frauen und Kindern. In der Zeit von 1845 bis 1872 wanderten aufgrund der grossen Not ein Drittel der Wohnbevölkerung aus dem Nohl in die USA aus. 

Hunderte Nachkommen dieser Auswanderer mit dem Namen Nohl konnten bei Recherchen in den USA ausfindig gemacht werden.